DVM U20

Rüdiger und Chessy

**Update: Tag 3 hinzugefügt**
Anreisetag
Nun sitze ich schon wieder in Osnabrück bei einer DVM U20 und schreibe einfach auf was mir gerade so einfällt. Zugegeben die Zimmer sind super ausgestattet und das Essen ist immer gut und reichhaltig, aber irgendwie springt der Funken beim Namen Osnabrück nicht über. Vielleicht wäre auch ein neuer Standort zur Abwechslung einfach schön. Nun gut.

Mit einem Jahr Pause ging es also wieder ins IBIS-Hotel nach Osnabrück. Dafür aber als amtierender U20-NRW-Meister(Bericht)! Die Anreise verlief an sich problemlos. Wir mussten uns zwar mehrfach anhören, dass wir andere Züge vorlassen mussten, die 30 Minuten Umsteigeszeit in Münster und Osnabrück konnte aber selbst die Bahn nicht überbrücken. Einzig der Busfahrer brachte mich fast zur Verzweiflung. Nachdem er sowieso rund 5 Minuten zu spät war, machte er dann nach einer Station erstmal einmal gemütlich Pause und unterhielt sich mit seinem Kollegen. Ein entspanntes Völkchen lebt hier…

Nachdem wir dann unser Ziel erreicht hatten, wurden die Zimmer bezogen, das Abendbuffet fix gestürmt, die Begrüßungsfeier überstanden und kurz in die Betreuerbesprechung reingehorcht. Handys sind immer noch verboten, genauso wie Remis vor dem 20. Zug. Nix neues also. Dann folgte auch schon die Aushänge der Setzliste und der ersten Runde. Wir sind an sieben gesetzt, das ist bei 16 Mannschaften logischerweise in der ersten Hälfte! Der erste Erfolg ist also schon eingetütet. Auch war unser erster Gegner nun nicht mehr überraschend. Mit dem SC Zitadelle Spandau 1977 treffen wir auf den Setzlistenplatz 15. In den Zimmern wurden dann auch eilig die Rechner zur Vorbereitung angeworfen. Ihr merkt, hier werden keine Gefangenen gemacht! An dieser Stelle möchte ich einmal anmerken das ich Patrick vermisse! Ich kann den Jungs irgendwie nix beibringen, eher lerne ich hier noch was :(

Meine Anekdote für den ersten Abend: Das Abendprogramm ist übrigens viel leichter zu gestalten als früher. Mussten vor ein paar Jahren noch Brettspiele mitgebracht werden, reicht heute ein handlicher FireTV-Stick mit Netflix drauf.
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Ab morgen werde ich dann versuchen zeitig die Berichte der einzelnen Runden online zustellen.

PS: Baran und Andre müssen heute Nacht 40 Minuten nach Hause laufen, die Deppen *hihihi*

Tag 1
Entspannt ging es in den ersten Tag. Netterweise wurde dieses Jahr der Rundenbeginn um eine halbe Stunde nach hinten auf 9 Uhr verlegt. Die extrem motivierten Spieler (und ausgeruhte Betreuer) von uns waren bereits kurz nach 8 Uhr beim Frühstück. Der Rest trudelte dann, wie abgemacht, bis 8.40 Uhr am Tisch ein. Toi toi toi, dass dies nicht nur eine Eintagsfliege war.

Ein kleiner Einschub, da mir mittlerweile aufgefallen ist, dass ich gestern gar nicht erwähnt hatte wer denn alles mit gefahren ist. Wir treten mit der Aufstellung Gregor Flüchter, Andre Reisberg, Tim Birnkraut, Fabian Stemmler, Jan Schwiddessen und Baran Tekin an. Einige Namen waren bereits vor 2 Jahren dabei, ein paar sind neu aus der U16 dazu gekommen.

Zurück zur ersten Runde. An den ersten beiden Brettern war die Spielstärke recht ausgeglichen, an den anderen 4 waren wir im Schnitt rund 150 DWZ Punkte besser. Hier mussten also die Punkte geholt werden. Tim schoss leider ein spontanes Eigentor, indem er beim Versuch eines Figurengewinns selber eine einstellte. Als nächster verließ Fabian den Saal, diesmal mit einem Punkt für uns. Mit einer schönen Sizilianischen Eröffnung konnte er seinen Königsangriff zwar nur mit leichtem Vorteil abschließen, durch einen anschließenden Damenabtausch war der Weg für seinen Randbauern aber frei. Dann schoss Baran den Vogel des Tages ab. Nachdem sein Gegner die Eröffnung wirklich schlecht spielte, hätte Fritz die Partie bereits mit +6 für Baran gewertet. Den entscheidenden Zug hat er dann aber nicht gezogen und tausche zunächst seinen Springer gegen 3 Bauern. Wenig später stellt er diese dann – in Zeitnot – wieder ein. Jan hatte ein paar Probleme in seine Partie zu finden, hat sich dann aber einer einfachen Regel erinnert: Wenn genug Figuren des Gegner hängen, dann verliert er meistens eine. Mit einer Figur mehr spielt er seine Partie dann geschickt runter und stellt einen ausgeglichenen Stand wieder her.

Damit lag der Druck nun auf den ersten beiden Brettern. Und die beiden haben wirklich Nerven aus Stahl. Ganz im Gegensatz zu ihrem Betreuer. Gregor und sein Gegner spielten die letzten 15 Züge nur noch mit den 30 Sekunden die sie pro Zug bekommen. Dabei kam Gregor etwas besser aus der Abwicklung, konnte aber seinen Mehrbauern letztlich nicht in einen ganzen Punkt verwandeln.

Andre könnte ich aber jetzt noch erwürgen. Er hatte die ganze Zeit ein gutes Zeitpolster gegenüber seinem Gegner, machte aber keine Anstalten seinen 40. Zug auszuführen. Als er letztlich die Uhr drückte stand die Uhr bei einer Sekunde. – Bin ich den hier in Hollywood? – Er wickelte seine Stellung in ein Läufer- gegen Springerpärchen Endspiel ab, fand aber keinen Weg die Stärke seiner Läufer auszuspielen. Daher gab es auch hier nur einen halben Punkt. Somit stand es 3-3. Das war zu wenig für uns.
Aus Dortmund kam dann auch schnell die Begründung über WhatsApp für das Unentschieden: „Kaum spielt was weibliches im gegnerischen Team ist Gehirn wieder ausgeschaltet“.

Die Bestrafung folgte auf dem Fuße. Auch zwei andere favorisierte Teams patzten und kamen nicht über ein 3-3 hinaus. Eines davon war unser nächster Gegner, die Schachis aus Kiel. Mit dem Setzlistenplatz 4 und einem 100 Punkte höherem DWZ Schnitt war das nun wirklich nicht der Gegner den man sich wünscht.

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Auch die zweite Runde begann nicht optimal. Andre hat sich, wie man im Fachjargon sagt, aufs übelste verarschen lassen. Das Figurenopfer seines Gegners hatte optischen einen guten Angriff eingeleitet, bei genauerer Betrachtung war es jedoch eher heiße Luft. Andre fand den Weg allerdings nicht und gab früh auf. Erst vergab Baran durch viele unnötige Züge einen guten Königsangriff im Königsindisch, stellt dann auch noch den entscheidenden Bauern bei seinem Angriff an. Danach hatte der Gegner keine Probleme mehr und konnte seinen eigenen Vorteil entspannt runter spielen. Gregor spielte den Großteil seiner Partie mal wieder in Zeitnot, sein Gegner war es dann aber der im 40. Zug auf Zeit verlor. Der Schiedsrichter hatte freundlicherweise für uns reklamiert. Zu dem Zeitpunkt stand Gregor aber schon eindeutig auf Gewinn.
Die ausgeglichenste Partie des Tages beendeten dann Tim und sein Gegner mit einem leistungsgerechten Remis. Neutralisieren sich die beiden sowohl in der Eröffnung und Mittelspiel, konnte Tim aber einen Mehrbauern im Turmendspiel für sich verbuchen. Auch in der Analyse fanden wir keinen eindeutigen Gewinnweg, von daher waren wir mit einem halben Punkt zufrieden. Blieben noch die Partien von Jan und Fabian um die 1,5 Brettpunkte für ein Unentschieden zu holen.

Jan hatte zu diesem Zeitpunkt eine Qualität mehr, Fabian ein ausgeglichenes Läufer/Turm Endspiel auf dem Brett. Alles im Plan also. Bei Jan mussten wir dann noch ein paar Schreckminuten überstehen, da er einzügig seine Gewinnstellung weggeworfen hätte. Sein Gegner wollte aber zum Glück nicht. Bei Fabian lief es letztlich unglücklich für uns. In solchen Endspielen entscheidet meist ein auf den ersten Blick unscheinbarer Zug die Partie. Mit schwindender Zeit passierte genau dieses Dilemma und wir mussten eine knappe 2,5-3,5 Niederlage hinnehmen.

Da beide Runden sehr lange gedauert hatten, wurde das Tandemturnier auch noch auf einen anderen Tag verschoben. Für uns war es wirklich kein guter Start in das Turnier.

Doch das Pech sollte uns noch ein weiteres Mal an diesem Tag verfolgen. Die Auslosung der dritten Runde bescherte uns Lübeck als neuen Gegner. Das besondere an Lübeck? Sie spielen zwar nur mit 5 Leuten und lassen das sechste Brett frei, die ersten drei Bretten haben aber über 2200 bzw. 2100 DWZ. Ich sage mal: „Challenge accepted“

Tag 2
Auch heute waren alle pünktlich beim Frühstück und an den Brettern. Etwas verwunderlich ist, dass die Automaten für Heißwasser vom Hotel abgestellt wurden. Das bedeutet es gibt derzeit keinen Tee oder Kaffee. Auf Nachfrage konnte man eine heiße Tasse Wasser für 2€ kaufen. Unschön!

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Den Mannschaftskampf eröffnet Baran mit einem souveränen kampflosen Punktgewinn. Damit war seine Pflicht erstmal einmal getan und er suchte die Ruhe seines Bettes. Der Plan war eigentlich einfach: Jan und Fabian sollten die dicken Punkte holen und an den ersten drei Brettern musste mindestens ein Halber her. Diese Aufgabe erfüllte Andre dann nach genau 20 Zügen. Scheinbar waren beide am frühen Morgen nicht sehr motiviert. Für die Nicht-Insider: Bei den Deutschen Meisterschaften darf vor dem 20. Zug nicht Remis angeboten werden. Uns sollte es Recht sein.

Tim hatte leider nicht so viel Glück und verlor nach der Eröffnung stückweise an Boden bis er schließlich 2 Bauern einstellte. Bei einem DWZ-Unterschied von knapp 250 DWZ-Punkten muss man sich dafür aber nicht schämen. Zu Gregors Partie kann ich leider nicht viel sagen. Für mich war die Stellung durchgehen ausgeglichen und ich mach mir bei ihm eh immer mehr Sorgen um die Zeit. Am Ende hatten sie ein ungleichfarbiges Läuferendspiel auf dem Brett und einigten sich auf Remis. Damit führten wir mit 2-1 und hatten noch Brett 4 und 5 im Feuer.

Jan spielte eine solide Partie und brachte seinen Fianchetto-Läufer im richtigen Moment nach H6. Er besetzte damit eine wichtige Diagonale, die ihm am Ende nicht nur eine Mehrfigur sondern auch einen ganzen Punkt bescherte.
Bei Fabian ging der Schuss dann leider nach hinten los. Er konzentrierte sich zu früh und stark auf seinen Königsangriff, der leider so nicht zum Erfolg führen konnte. Am Ende wurde er selbst mit einem schönen Turmopfer Matt gesetzt. Damit waren wir wieder bei einem 3-3 Endstand. Die Frage, ob dies nun ein Punktverlust oder –gewinn war, wollten wir erst nach der nächsten Runde beantworten.

Wir waren insgesamt früh mit unseren Partien fertig. Somit blieb neben dem Mittagessen noch genügend Zeit zum Kaufland um die Ecke zu pilgern. Für manche eine Erlösung da die beiden Feiertage und der anschließende Sonntag doch recht überraschend kamen.

In der vierten Runde zogen wir dann Coswig aus dem Topf.

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Diesmal war es Fabian, der am schnellsten seine Partie beendete. Er opferte 1-2 Bauern und wickelte dann in eine Stellungswiederholung ab. Hier wäre wohl mehr drin gewesen, aber noch 2 verlorenen Partien in denen er immer sehr aggressiv war, fehlte ihm wohl etwas der Mut. Tim stand lange Zeit deutlich besser, vergab seinen kompletten Vorteil allerdings mit einem unnötigen Damentausch. In den anschließenden Zügen plätscherte die Partie dann in einem Turm/Läufer-Endspiel vor sind hin. Ein Remis-Angebot konnte zu diesem Zeitpunkt nicht angenommen werden, da Jan am Nebenbrett auf Verlust stand. Doch hier war das Glück einfach auf unserer Seite. Jans Gegnerin opferte eine Qualität um mindestens ein Dauerschach zu bekommen. Es wäre aber noch deutlich mehr drin gewesen. Das dachte sie sich vielleicht auch und drohte dann einfach mal einzügig Matt. Jan, dem heute einfach alles gelang, fand darauf selbst ein forciertes fünfzügiges Matt. *Einmal tief durchatmen* Mit 4/4 thront er derzeit einsam an der Spitze der Topscorerliste. Tim konnte nun endlich auch ins Remis einwilligen. Ironischerweise suchte er sich ausgerechnet den Zeitpunkt aus, an dem er wieder in eine Stellung mit Vorteil für ihn abwickeln konnte.

Andre hatte sich noch extra auf die Eröffnung vorbereitet und hat sich Tipps von Fabian geholt. So ganz das erhoffte Ergebnis bekam er dann allerdings nicht aufs Brett. Etwas schlechter kam er aus der Eröffnung, konnte aber rechtzeitig die Türme tauschen und wickelte letztlich in ein Bauernendspiel ab, das für keine Seite zu gewinnen war. Den letzten Punkt zum Mannschaftssieg holte dann Baran am sechsten Brett. Nach ein paar Ungenauigkeiten von beiden Seiten in der Eröffnung übernahm Baran letztlich die Initiative. Wie er mir später verriet, hatte er allerdings keinen konkreten Gewinnplan. Dafür spielte er die Sache dann aber ganz gut. Am Ende machte seine Gegnerin es ihm dann leicht und stellte einen Turm per Springergabel ein.
Den Schlusspunkt setzt Gregor mit einem weiteren Punkt. Mit diesem Punkt hatten wir schon früh gerechnet, da er seinen Gegner die ganze Zeit im Griff hatte. Auch die Zeitnot konnte mich (und ihn) dieses Mal nicht beunruhigen.

Mit 3 Punkten an diesem Tag können wir zufrieden sein. Leider gibt es auch eine schlechte Nachricht für die nächsten Tage. Baran hat uns gesundheitsbedingt verlassen (Gute Besserung nochmal!), daher werden wir nur noch mit 5 Leuten weiter spielen. Wir haben unser Projekt „Besser als Goldi“ aber noch nicht aufgegeben!

Ein kleiner Auszug aus der Gedankenwelt unserer Spieler am Abend: „Gregor kann nie den Mannschaftführerposten übernehmen, da er bereits nach 2 Stunden das Brett nicht mehr verlassen kann.“

Morgen geht es gegen unsere NRW-Nachbarn aus Münster. Dies wussten wir, dank unserem persönlichen Auslosungs-Orakel Markus, aber schon länger.

Tag 3
Heute galt es die gute Leistung von gestern zu bestätigen. Dass wir nur noch zu fünft waren, machte es für die Jungs natürlich nicht einfacher.

Mit Münster hatten wir einen NRW-Konkurrenten, den wir sehr gut kennen. Wir wussten, dass es eine enge Angelegenheit werden würde und mit einem Punkt im Rückstand musste irgendwer über sich hinauswachsen.

Fabians Brett sollte das Erste mit einer Entscheidung sein. Nachdem er in der Eröffnung einen Bauern eingestellt hatte konnte er froh sein, dass sein Gegner einen weiteren Bauerngewinn übersah. Letztlich gelang es ihm die Stellung weites gehend zu blockieren. Sein Gegner schien etwas unmotiviert hier noch Gewinnversuche zu starten und willigte in ein Remis ein. Andre fand auch in dieser Partie keinen Gewinnplan und kam nicht über ein ungleichfarbiges Läuferendspiel hinaus. Damit mussten wir auch hier die Punkte teilen.
Gregor überraschte sein Gegner in der Eröffnung, übersah aber leider einen direkten Gewinnweg. In der Zeitnot verlor er dann den Faden und verschenkte seine Partie. Zu diesem Zeitpunkt war die Hoffnung für den Mannschaftskampf eigentlich schon dahin. Was am Ende der Zeitnot passierte sieht man selten. Sein Gegner entschied sich gegen eine einfache Bauerngabel samt Turmgewinn und bevorzugte es in vier Zügen Matt gesetzt zu werden. Die Hoffnung stirbt tatsächlich zuletzt! Bei einem Zwischenstand von 2-2 war noch alles drin.

Tim konnte seinen anfänglichen Vorteil im Läufer/Springer Endspiel nicht ausspielen und verwickelte sich in eine Remis Stellung. Zu diesem Zeitpunkt waren die anderen Partien noch vollkommen offen und er entschied sich es weiter auf Gewinn zu spielen. Leider war er es dann der den Fehler machte und einen Bauern einstellte.

Fast zeitgleich musste dann auch Jan seinem Gegner die Hand reichen. Nach einem ziemlich schlechten Start ins Königsindisch, sah er zwar die überraschende und ziemlich spektakuläre Wendung, rechnete aber wegen der Zeitnot nicht weit genug.
Es war ein spannender Kampf bei dem wir leider mit leeren Hände dastanden.

Die Abendrunde bescherte uns mal wieder ein Traumlos. Unsere Gegner aus Eppingen sind zwar nur an Platz 14 gesetzt, besitzen aber mit Christoper Noe einen FM mit 2400 DWZ am ersten Brett. Zum Ausgleich war das sechste Brett mit 1200 DWZ etwas unterbesetzt. Schade nur dass unser sechstes Brett gar nicht mehr anwesend war…

Um es kurz zu machen: Am Ende war dieser Mannschaftskampf ein ziemliches Fiasko.
Fabian und Tim spielten jeweils eine solide Partie ohne einen Gewinnweg zu finden. Beide willigten in einem Läuferendspiel in ein Remis ein.

Andre opferte in der Eröffnung eine Qualität für eine bessere Stellung. Wir hatten uns auf diese Variante schon in einer vorigen Runde vorbereitet. Irgendwie sprang der Funke dann aber nicht über und nach zwischenzeitlichem Ausgleich patze Andre dann doch noch. Jan übersah eine mögliche Lösung um seinen Figurenverlust zu vermeiden. Stattdessen versuchte er es mit einer aggressiveren Variante um seinen Gegner vielleicht doch noch zu verunsichern. Klappte leider nicht. Beim anschließenden Aufbauen des Brettes stoß er dann noch sein Wasserglas um und verteilte den Inhalt auf dem (zum Glück nicht mehr genutzten) Nachbarbrett. Irgendwie passte es ins Gesamtbild des Tages.

Gregor war wohl der einzige der am Ende des Mannschaftskampfes wirklich zufrieden war. Er bekam zwar in der Endstellung das Remis eher geschenkt, musst sich aber selbst vorwerfen seinen Vorteil aus der Eröffnung nicht in einen Sieg umgesetzt zu haben.

Nach zwei Niederlagen an diesem Tag war die Stimmung natürlich ziemlich schlecht. Irgendwie fanden die Jungs im Mittelspiel nicht die richtigen Wege und es endeten zu viele in einem ausgeglichenen Endspiel. Mit einem Mann weniger konnte so nichts geholt werden.

Morgen geht es dann gegen den letzten der Setzliste.

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Ich werde versuchen im Laufe der siebten Runde die Infos zeitnahe hier einzutragen. Das ganze kommt ein bisschen darauf an, ob ich in der Lobby Strom bekommme.

Tag 4

9:05 Uhr: Guten Morgen!
9:05 Uhr: Die Zimmer sind geräumt. Seit 8:30 Uhr sitzen alle an ihren Bretter. Nochmal 3 Stunden Spannung sind angesagt.
9:09 Uhr: Ein kurzer Blick auf die Tabelle.
9:09 Uhr: Wir sind aktuell auf Platz 14. Könnte besser sein.
9:10 Uhr: Bei einer 1,5-4,5 Niederlage wären wir wohl letzter :(
9:11 Uhr: Ein hoher Sieg könnte noch einen einstelligen Tabellenplatz bringen. Das wäre schön.
9:15 Uhr: Tee und Kinder-Schokobons stehen auch bereit.
9:16 Uhr: Es fehlt jemand der immer mal gucken gehen kann. Markus ist noch nicht hier.
9:18 Uhr: Die Lobby und der Speisebereich sind noch recht leer. Die Betreuer müssen erst um 9.30 Uhr die Zimmer verlassen. Das scheint gut anzukommen.
9:22 Uhr: Im Livestream sieht man leider nur den Hinterkopf von Tim. Ob ich um eine Versetzung fragen soll?
9:30 Uhr: Offizielle Zimmerräumung ist beendet. Mal schaun ob unsere Jungs nochmal putzen gehen müssen.
9:31 Uhr: Markus ist da! Daher werde ich mich nun in den Spielsaal begeben.
9:42 Uhr: Fabian nimmt seinen Gegner auseinander. Sehr schön.
9:43 Uhr: Andre hat sich wohl etwas vorgenommen, denke er steht ein bisschen besser.
9:43 Uhr: Bei den anderen 3 ist noch nicht viel passiert.
9:46 Uhr: Ein kleiner Blick auf die anderen Tischreihen.
9:47 Uhr: An Tisch 1 spielen die Hamburger gegen unseren letzten Gegner. Das sollte zum Meistertitel reichen.
9:48 Uhr: Porz kämpft am zweiten Tisch um die Vizemeisterschaft. Mit München haben sie keinen leichten Gegner, ein Unendschieden reicht aber schon.
9:51 Uhr: Spannend ist Tisch 3. Hier kämpfen mit Kiel und der Überraschungsmannschaft aus Potsdam zwei direkte Konkurrenten um den dritten Platz.
10:13 Uhr: Fabian steht immer noch besser und hat einen Bauern mehr. Der Schwung aus der Eröffnung ist allerdings erstmal weg.
10:13 Uhr: Andre hat ebenfalls einen Bauern mehr. Sollte nur aufpassen nicht zu früh in ein Endspiel abzuwickeln
10:14 Uhr: Jan treibt ein gefährliches Spiel. Würde sagen das bereut er.
10:15 Uhr: Gregor ist ein wenig gesundheitlich angeschlagen. Könnte in der Zeitnot zum Problem werden. Noch hat er alles im Griff
10:15 Uhr: Wenn Tim das Endspiel erreicht hat sein Gegner einen Isolani als Nachteil. Bis dahin ist es noch Unklar.
10:17 Uhr: Das Küchenteam deckt die Tische. Hoffentlich hab ich nicht gleich einen Teller auf meiner Tastatur…
10:19 Uhr: In der U14 gibt es auch noch keine Ergebnisse. Hier sind unsere heute Favorit. Vielleicht reicht es um unter die Top 5 zu kommen.
10:20 Uhr: Apropo U14. Goldi hat sein Rätsel noch nicht aufgelöst. Kennt jemand die Antwort?
10:32 Uhr: Das erste Ergebnis ist da. Gregor teilt sich die Punkte.
10:33 Uhr: Unser Tip bei Goldis Rätsel ist Patrick Zelbel.
10:53 Uhr: Gregor beendet das Turnier mit 5/7 Punkten.
10:54 Uhr: Damit gehört er zu den Topleuten am ersten Brett. Er kann wirklich zufrieden mit seiner Leistung sein.
11:05 Uhr: Ich glaube Fabian führt an seinem Gegner einen sehr langsamen Exorzismus aus. Vielleicht hat er an den Tag zuviel Scary Movie geschaut.
11:07 Uhr: Jans Gegnerin hat eine Turm für nichts geopfert.
11:08 Uhr: Andre hat immernoch seinen Bauern mehr und steht nun auch auf Gewinn.
11:09 Uhr: Nur Tim macht mir aktuell Sorgen.
11:09 Uhr: Erst Hochrechnung bei Gregor besagen: Ein DWZ-Gewinn von 40 Punkten. Damit wäre er bei 2202. Bei der ELO gibt es 64 Punkte dazu. Macht einen neuen Stand von 2253. Wie immer inoffiziell.
11:11 Uhr: Nicht nur Jan kann sein Glas im Turniersaal umwerfen. Am Nachbartisch erwischt ein Spieler nicht nur sein eigenes Partieformular sondern auch das seines Teamkollegen.
11:13 Uhr: Die U14 scheint keine Zwischenstände hochladen zu wollen. Am letzten Spieltag ist das irgendwie blöd.
11:18 Uhr: Jan gewinnt! Yes!
11:28 Uhr: Schöne Partie von Jan. Im richtigen Moment e5 und die Pläne von Weiß hatten sich verflüchtigt.
11:29 Uhr: Er wollte aber kein Schokobon zur Belohnung :(
11:30 Uhr: Überraschend kommt gerade Tim mit einem ganzen Punkt zu uns! Sein Gegner hatte Einzügig die Dame eingestellt.
11:31 Uhr: Da wollen wir mal nicht so sein :)
11:36 Uhr: Von Jan höre ich gerade das Patrick als Lösung falsch ist. Aktuell tendieren wir daher zu Jens.
11:38 Uhr: Wir führen mit 2,5-1,5. Ein schöne Gefühl.
11:38 Uhr: Aktuell sind wir auf dem elften Platz.
11:39 Uhr: O-Ton Tim: “Ich kanns immer noch nicht glauben. Das war meine schlechteste Partie.” Es ist aber auch sein erster ganzer Punkt :)
11:39 Uhr: Jan beendet das Turnier ebenfalls mit 5/7. Damit kann er zufrieden sein.
11:40 Uhr: Tim hat nun 2,5 Punkte. Damit wird er nicht ganz zufrieden nach Hause fahren.
11:43 Uhr: Andre hat im Turmendspiel zwei Bauern mehr. Fabian mittlerweile eine Qualität und 2 Bauern. Das wird also ein hoher Sieg zum Abschluss.
11:46 Uhr: Nochmal ein Blick auf die vorderen Tischreihen. Hamburg marschiert zum Titel. Porz liegt akuell zurück. Bei Kiel gegen Potsdam steht es 2,5-2,5. Die letzte Partie entscheidet. In deren Haut möchte ich nicht stecken.
11:50 Uhr: Goldi… Ändert einfach heimlich “Auflösung folgt morgen” in “Auflösung folgt nachher”. Wir sehen das!
11:52 Uhr: Andre gewinnt. Fabian ebenfalls. Mir kommen gleich die Tränen vor Freude.
12:00 Uhr: Die Livetabelle wird genau im Auge behalten. Derzeit sind wir Neunter. Das wäre das Maximum.
12:20 Uhr: Mittagessen hat begonnen. Volles Haus also.
12:21 Uhr: Wir warten nun gespannt auf die restlichen Ergebnisse. Vorallem die Begegnung Heilbronn-Coswig ist noch vollkommen offen. Hier wird sich wohl entscheiden ob wir neunter oder zehnter werden.
12:38 Uhr: Coswig hat nun 3 Brettpunkte und kann somit nicht mehr verlieren. Bedeutet für uns den neunten Tabellenplatz. Von den 7 Mannschaften unter uns hatten wir 6 als Gegner. Nur Kiel ist vor uns gelandet.
12:39 Uhr: Damit werde ich hier erst einmal Schluss machen.
12.40 Uhr: Mein Essen wartet und ein Mannschaftsfoto muss auch noch gemacht werden.

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