Punktgewinn (!!) in Bochum

Zu diesem eindeutigen Fazit muss man kommen, wenn man den gestrigen Kampf der zweiten Mannschaft bei der SG Bochum III nachbetrachtet. Dabei hatte man den Eindruck sich irgendwo zwischen Karnevalssitzung, Kirmes und Twilight Zone zu befinden.

Wie über Dortmund hinaus bekannt ist, besteht der Verein SG Bochum praktisch nur aus einer Person, nämlich Norbert Franke. Ich stehe sicher nicht alleine da wenn ich feststelle, dass er für Bochum alles macht und dabei mehr oder weniger keine Unterstützung erhält, dies ist zumindest bei den Mannschaftskämpfen zu beobachten. Hier kann man von Glück sagen wenn Spieler überhaupt und rechtzeitig kommen und nach getaner Arbeit einfach wieder verschwinden. Beim Auf- und Abbauen usw. sowie dem Ganzen Drumherum war jedenfalls keinerlei Hilfe festzustellen. Problematisch war auch das niemand so richtig mit der Einstellung der Uhren klar kam (uns eingeschlossen). Das schreit nach Fortbildung.

Bei unserem Eintreffen war gleich zu erkennen, dass Bochum nicht vollständig antreten würde, da zwei Bretter erst gar nicht aufgebaut waren. Ein dritter Spieler erschien ebenfalls nicht, weshalb es nach einer halben Stunde 3:0 für uns stand. Dies hatte aber offenbar einen negativen Einfluss auf fast alle Brackeler, denn anders ist der weitere Verlauf nicht zu erklären. Schon nach etwas mehr als einer Stunde strich Fabian van Klev (nach Eröffnungsmisshandlung) als erster Brackeler die Segel. Wenig später parkte Thomas Simon eine Figur ein und verlor danach folgerichtig. Am siebten Brett war eine Partie zu beobachten die man eher im Kaffehausbereich vermuten würde (da hing Einiges). Als Dirk Strathoff seinem Gegenüber alle Tore (sprich Linien) öffnete war es schnell um ihn geschehen. An Brett 8 kam unser Rückkehrer Benjamin Ries gestärkt durch zwei Erfolge im Viererpokal zum Einsatz. Dem zuvor Gesagten passte er sich aber leider schnell in Form eines Bauernverlustes an. Als er für Linienöffnung noch einen weiteren Bauern opferte, gelang es ihm aber nicht hierfür Kompensation nachzuweisen, so dass er zum 3:4 Zwischenstand verlor.
Die einzige „normale“ Partie fand dann am ersten Brett statt wo ich entgegen meiner Erwartung auf die Ruhrgebietslegende Schachtrainer und Schachbuchautor Lothar Nikolaiczuk traf, den ich eigentlich irgendwo in Fernost vermutete. Besondere Bedeutung gewann die Partie dadurch dass Lothar sagte, dies würde seine letzte Turnierpartie werden. In einem Königsinder erhielt ich das obligatorische Spiel am Damenflügel, während mein Gegner am Königsflügel vorrückte. Die gegenseitigen Vorstösse brachten aber nichts Zwingendes. Kurz vor der Zeitkontrolle gelang es mir nach einem Damentausch meine verbliebenen Figuren sehr aktiv in Stellung zu bringen, während die schwarzen Figuren sehr passiv standen. Da Materialverlust auf Dauer unvermeidlich war und Lothar keine Lust hatte sich durch ein langes Endspiel zu quälen, gab er zum 4:4 Endstand auf.

Mit 3:5 Punkten belegen wir aktuell Platz 5 in der Tabelle, wobei der Vorsprung auf den letzten Platz nur zwei Punkte beträgt.

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