Der letzte Tag bei den DVM´s

Rüdiger und Chessy

Platz 6, 11 und 12 lautet die Bilanz unserer DVM-Teams. Die U20er können auf ihren 6 Platz mit Recht stolz sein, auch die U12er zeigten gute Leistungen (siehe separate Berichte), lediglich die U16 blieb hinter den Erwartungen, auch wenn sie am letzten Tag noch eine entscheidende Nebenrolle im hochdramatischen Titelkampf einnehmen konnten.

Vier Teams konnten vor der letzten Runde noch Deutscher Meister werden, wir waren leider nicht mehr dabei. Für uns wäre theoretisch noch ein Treppchenplatz drin gewesen bei einem unrealistischen hohen Sieg gegen die favorisierten Lingener. Nach schnellen Niederlagen von Tim und Michael war das Thema aber schon früh vom Tisch. Die beiden verblieben Partien von Gregor und Fabian hatten es jedoch in sich, denn im Titelkampf zählte jeder halbe Brettpunkt. Fabian lieferte eine gute Partie ab und hatte ein gewonnenes Turmendspiel erreicht, auch Gregor stand in einem Turmendspiel, was allerdings theoretisch Remis war. Damit konnte sein Gegner jedoch nicht zufrieden sein, denn nach Stand der Dinge musste Lingen mindestens 3-1 gewinnen um Deutscher Meister zu werden. An Tisch drei hatte Wildeshausen ein 2,5-1,5 vorgelegt, mit 3-1 würde Lingen nur gleichziehen, dann müsste die Buchholzzahl entscheiden. Beide wären allerdings aus dem Rennen, wenn an Tisch 1 Porz gegen Leipzig gewinnen würde. Danach sah es aber nicht mehr aus, beim Stand von 1,5-1,5 war für die Kölner noch bestenfalls ein 2-2 zu erwarten. Schließlich gewann Leipzig sogar und der Titelkampf hing von unseren beiden Endspielspezialisten ab:

Fabian

Bis hierhin hatte Fabian alles richtig gemacht, und musste nur noch den Gewinnzug finden. Mit Tf6+! (nebst h8D+! oder Tf8) tütet man den vollen Punkt ein. Fabian spielte leider zu hastig den naheliegenden Zug Th6?, um nach Ta8+ feststellen zu müssen, dass es nur noch Remis war (Dauerschach oder Th8 mit Eroberung des Bauern).

 

 

Gregor1

Gregor mit Weiß hatte die nebenstehende theoretisch bedeutende Stellung auf dem Brett. Weiß ist eingeschränkt in seiner Bewegungsfreiheit. Der Turm muß hinter dem schwarzen a-Bauern bleiben, außer er gibt ein Schach. Der weiße König hat nur die Felder h2 und g2 zur Verfügung. Trotzdem vermag Schwarz nur zu gewinnen, wenn er Schwächen in der weißen Bauernstellung ausnutzen oder einen weiteren Freibauern in der f-Linie bilden kann. Z.B. könnte er anstreben den weißen f-Bauern mit g4 auszuhebeln. In bestimmten Fällen kann er auch den a-Freibauern opfern, um das verbleibende Turm- oder Bauernendspiel zu gewinnen.
Aber Gregor umschiffte alle Klippen und hielt die Partie Remis.

Damit verloren wir den Kampf 1-3 und Lingen konnte mit Wildeshausen gleichziehen, womit die Buchholzzahl als Kriterium herangezogen wurde, aber die war auch gleich! Der direkte Vergleich endete auch noch 2-2. Schließlich zählte die Berliner Wertung im direkten Vergleich für Wildeshausen, eine knappere Entscheidung hat es bei einer DVM wohl noch nie gegeben. Die vor der Runde mit einem Punkt führenden Porzer wurden sogar noch auf Platz vier durchgereicht.

Wir hatten uns sicherlich mehr als nur eine Statistenrolle vorgestellt, aber alle Spieler hinkten der Normalform hinterher. Für Gregor waren 50% sicher zuwenig, Tim holte ordentliche 4,5/7, aber hatte das ein oder andere mal einiges Glück dabei. Fabian hätte zum Goalgetter werden können, leistete sich aber einige taktische Patzer. Michael war völlig neben der Spur und Jan fehlte es an Selbstvertrauen. Alle seine Partien waren klar und deutlich gewonnen, aber endeten meist nur Remis, weil er sich nicht traute sie auszuspielen. Immerhin bekam er zum Schluß sogar noch einen Preis als bester “Ersatzspieler”.

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