U12er in Lichtenfels

Rüdiger und Chessy

Über den Verlauf der DVM U12 in Lichtenfels hat Soel Kartsev einen ausführlichen Bericht verfasst.

1.Runde

Die stärkste Mannschaft von der SG Aufbau Elbe Magdeburg wird uns zugelost. Nach zwei Stunden müssen Nikolay und Ali die Segel streichen. Nikolay hat Schwarz, rochiert lang in der Najdorf-Variante der Sizilianischen Verteidigung. Das ist ein schwerer positioneller Fehler. Einen Zug später verliert er eine Leichtfigur. Ali hat Weiß, rochiert lang in der Alapin-Variante. Auch das ist die falsche Entscheidung.
Der Gegner kommt ganz schnell zum entscheidenden Angriff auf der c-Linie. Niklas spielt gegen seine 500 DWZ Punkte schwerere Gegnerin super und kommt in ein Damenendspiel, das als theoretisches Remis gilt. Er bietet Dauerschach und die Gegnerin kann es nicht vermeiden. Niklas schafft Remis! Vitaliy kämpft in einem ausgeglichenen Turmendspiel um den Sieg, überspannt den Bogen und verliert sehr unglücklich nach dem Turmabtausch.

2.Runde

Wir spielen gegen eine schlagbare Truppe aus Nürnberg. Ali spielt sehr überzeugend gegen 1.b4 und erreicht den Sieg problemlos. Vitaliy hat Schwarz, verliert nach zwei Stunden gegen seinen 100 Punkte schwereren Gegner. In einer zweischneidigen Stellung, findet sein Gegner eine schöne Kombination. Niklas überspielt seinen Gegner problemlos. Nikolay passiert leider in einer gewonnenen Stellung einen Berechnungsfehler, er muss die Dame gegen einen Läufer und einen Turm abtauschen. Danach kämpft er verzweifelt ums Remis eine Stunde lang. Im Endspiel verteidigt er sich nicht ganz präzise, verliert einen wichtigen Freibauern und gibt die Partie auf. 2:2 wurde nicht geplant vor der Runde, wir müssen uns  jetzt ins Turnier zurückkämpfen.

3.Runde

Und die Jungs beweisen eine große Moral, die sie haben. Unser nächster Gegner heißt Schachring Spaichingen. Ali gewinnt eine Figur nach der Eröffnung und gleich danach die Partie. Niklas hat Schwarz, verliert gegen das Mittelgambit ziemlich schnell und Nikolay spielt Remis im Turmendspiel. Jetzt hoffen wir auf Vitaliy, der einen Bauern mehr hat, gerät aber jetzt in Zeitnot. Er hat für 12 Züge nur noch 11 Minuten. Allerdings kriegt er für jeden Zug 30 Sekunden dazu, aber hat auch Notationspflicht. Vitaliy spielt das Endspiel präzise und gewinnt einen Bauern und gleich danach die Partie. Damit ist der Mannschaftssieg komplett, der für die Jungs extrem wichtig war. 

4.Runde

Wir spielen gegen Union Berlin. Das vierte Brett bei ihnen hat 190 Punkte mehr als das dritte Brett. Niklas steht nach einer Stunde mit drei Bauern weniger auf Verlust. Ali hat eine bessere Stellung und zwei Springer gegen den gegnerischen Turm. Bei Vitaliy steht eine ausgeglichene Benoni-Struktur auf dem Brett. Nikolay hat einen Turm, einen Bauern und die etwas bessere Stellung gegen zwei Springer, obwohl er in der Eröffnung eine Figur gepatzt hat. Nochmal nach einer Spielstunde erreichen Ali und Nikolay klar gewonnene Stellungen mit großem materiellem Vorteil. Niklas steht nach wie vor, auf Verlust, bei Vitaliy ist die Stellung ausgeglichen, obwohl der Gegner einen ganz gefährlichen Freibauern auf d6 hat. Vitaliy blockiert diesen Bauern mit dem Springer nach den klassischen Vorbildern. Jetzt verliert Niklas und fast synchron setzen Nikolay und Ali Matt. Und der Gegner von Vitaliy patzt plötzlich und verliert den Springer. Ein klarer Sieg gegen die Hauptstädter.

5.Runde

Vor der 5.Runde sind wir auf dem Rang 8. und hoffen in die vorderen Regionen der Turniertabelle zu kommen. Leider verliert Nikolay in Sizilianischer Verteidigung gegen den Grand-Prix-Angriff. Wir stehen mit dem Rücken an der Wand. Niklas hat einen Bauer mehr, seine Stellung ist etwas passiv. Ali greift sein Gegner hervorragend an und bei Vitaliy ist die Stellung ausgeglichen. Die Gegner aus Leipzig sind genau so hochmotiviert, wie wir. Das große Zittern beginnt. Nach etwa zwei Stunden Spielzeit gelingt Niklas den gefährlichen gegnerischen Freibauer zu blockieren. Er überführt seinen Läufer von f6 über e7 auf d6 und steht eigentlich gewonnen. Ali verstärkt planmäßig seine Stellung. Bei Vitaliy bleibt die Stellung kompliziert. Die Spannung steigt. Noch nach einer Stunde gewinnt Ali sehr überzeugend. Er überführt seinen Läufer von f2 via e3 auf g5, wo er das Spiel zu Gunsten von Weiß entscheidet. Niklas fängt plötzlich die gegnerische Dame und gewinnt. Bei Vitaliy nach weiterem spannendem Verlauf kam es zu einigen Abtäuschen. Er landet in einem besseren Schwerfigurenendspiel, das er souverän gewinnt.

6.Runde

Wir spielen in der vorletzten Runde gegen den Hamburger SK. Wir stehen auf dem Rang 4, die Hamburger auf Rang 1 mit zwei Punkten Vorsprung. Deshalb haben wir uns bei der Mannschaftssitzung dafür entschieden auf volles Risiko zu gehen. Die Entscheidung erwies sich nachhinein als klug. Vitaliy spielt mit Weiß den Fischer-Angriff gegen die Najdorf-Variante, Ali Evansgambit gegen Italienische Partie. Das ist erst mal ein Zeichnen dafür, dass wir uns nicht verstecken wollen. Nikolay kämpft in einem Königsinder gegenseinen 150 DWZ Punkte schwereren Gegner. Niklas verteidigt sich gegen die Englische Eröffnung. Die Gegner von Vitaliy, Ali und Niklas haben jeder 400 DWZ Punkte mehr!! Das ist eine Herausforderung für uns. Vitaliy opfert etwas übermotiviert eine Leichtfigur für zwei Bauern. Dieses Opfer gilt als unkorrekt und Vitaliy steht nach der Eröffnung schon auf Verlust. Dann verliert er diese Partie stellungsgemäß. Niklas verliert nach zwei Stunden Spielzeit auch. Ali setzt seinen Gegner unter Drück, erreicht eine vielverspechende Stellung, übersieht eine Gewinnkombi und steuert ins Remis. Nikolay hat nach der Eröffnung einen Bauer mehr, muss sich aber erst mal verteidigen. Er verteidigt sich zäh, muss aber den Bauer zurückgeben und macht Remis. Wir verlieren 1:3 gegen den übermächtigen Gegner, aber die Jungs haben ein großes Kampfherz gezeigt.

7.Runde

In der  letzten Runde geht uns leider die Puste weg. Ali verliert ganz schnell in einem Königsinder, trotzdem bleibt unser bester Scorer bei dieser Meisterschaft. Er hat deutlich über seine Erwartungen gespielt. Niklas verliert auch, mach aber eine kleine DWZ Plus. Nikolay passiert leider wieder ein Berechnungsfehler, wie sehr oft bei diesem Turnier, bzw. er betrachtet nicht genug Kandidatenzüge bei seiner Entscheidung nach dem gegnerischen Sxc4. Vitaliy setzt seinen erfahrenen Gegner unter Druck im Wolga-Gambit, spielt sehr solide und einigt sich letztendlich auf Remis. Eine akzeptable, gute Leistung von ihm. Er hat das erste Brett gehalten.

Es bleibt in Erinnerung tolles Ambiente, hervorragendes, leckeres Essen, sehr gastfreundliche Ausrichter.

Jungs Ihr wart gut!

 

 

 

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