SVR-U12-Einzelmeisterschaft
17. November 2001 in Brackel
Nachdem die Verbandsmeisterschaft U12 zuletzt zweimal im Westfalenkolleg stattfand, war dieses Jahr wieder die Mensa der Gesamtschule Schauplatz der alljährlichen Qualifikationslotterie.
Das große Los zogen schließlich Jens Strathoff, Raphael Bömelburg, Marcel Schröder, Jürgen Mazarov und Dennis Luft.
Etwas weniger Teilnehmer als in den Vorjahren traten an um sich an der Ziehung der 4 - 5 Qualifikationsplätze zur NRW-Meisterschaft in Winterberg zu beteiligen. Für Brackel machten sich Hoffnungen auf einen Hauptgewinn Marcel Schröder, Dennis Luft, Patrick Zelbel, Alexandr Kartsev, Eugen Gorval, Michael Sennholz, Andreas Schmidt, Robin Sölbrandt und Nils Birnkraut.
Marcel legte mit 5/5 los wie die Feuerwehr. Kaum war er an der Tabellenspitze, wurde er nachlässig und verzockte 3 Partien in Folge. Zum Glück war die Feinwertung durch den guten Start so gut, daß es am Ende noch zum 3. Platz und der Qualifikation reichte, während sich Dennis auf den 5. Platz zittern mußte. Das Zittern geht weiter, denn ob der 5. Platz wie im Vorjahr zur Qualifikation reicht, ist noch nicht klar.
Das ausgerechnet die kleinen U12er eine wichtige Qualifikation im Schnellschach ausspielen müssen, ist immer wieder ein Ärgernis. Denn hier werden nicht ordentliches Schach, gepflegtes Nachdenken und solide Partieführung belohnt, sondern Oberflächlichkeit, billige Tricks und schnelle Finger. Und das sind nicht die Qualitäten, die junge Spieler erwerben sollen. Zum Glück hat ein Talent wie Milod Mir Wais einen Freiplatz zur NRW-Meisterschaft erhalten, sonst wäre er schon wie im Vorjahr an der Schnellschachhürde gescheitert. Auch Patrick Zelbel spielte sauberes Schach, kam aber mit dem Schnellschachmodus nicht klar und verlor manch gute Stellung auf Zeit. Aber er hat wenigstens noch ein paar Jahre Zeit um sich durchzusetzen.
Für die U12-Endjahrgänge wie Dennis Luft wird ein solches Turnier dagegen zur Nervenprobe. Und die Nervosität merkte man ihm deutlich an. Entscheidungsschwächen in einfachsten Stellungen und simple Fehler belegen das. Wenn es um nichts gegangen wäre, hätte er das Feld mit 9/9 aufmischen können.
Einige "Highlights":
Partie Mir Wais gegen Mazarov: Milod steht völlig auf Gewinn und hat sogar mehr Zeit, Jürgen hat nur noch wenige Sekunden. Während nun Milod sich bemüht die Partie ordentlich zuende zu bringen, zieht Jürgen nur noch hin und her, aber mit einem Affentempo. Das Ende vom Lied: Milod verliert auf Zeit in vollständig gewonnener Stellung. Im Schnellschach ein gerechter Partieausgang, aber hat nun der bessere Spieler gewonnen?
Partie Zelbel gegen Luft: Beide Spieler führen eine Partie auf für diese Altersklasse hohem Niveau. Für beide wird die Zeit knapp. Dennis´ Platte fällt und keiner merkts. Dann fällt auch Patricks Plättchen und keiner merkts. Schießlich gibt Dennis in verlorener Stellung auf. Ein Blick auf die Uhr hätte das Remis gesichert. Diese Art Nervosität und Kopflosigkeit ziehen sich wie ein roter Faden durchs Turnier.
Partie Schröder gegen Bömelburg: Beide zocken los wie verrückt. Raphael kann schließlich (zufällig) mattsetzen, sieht es aber nicht. Unglaubliche 5 Züge lang steht die simple Drohung und beide Spieler sehen es nicht. Als Marcel schließlich mal für eine Sekunde nachdenkt (über was eigentlich?), bemerkt Raphael die Gelegenheit und nutzt sie. Gesamtpartiedauer etwa 1 Minute am Spitzenbrett in der sechsten Runde. Ursache für diese Katastrophe war nicht etwa nur Dummheit, sondern eine völlig falsche Partieeinstellung, die durch den Schnellschachmodus gefördert wird.
Auch individuelle Fehlleistungen wie Überheblichkeit werden durch das Schnellschach noch verstärkt. Partie Schröder gegen Dammer: Marcel hat einen halben Figurensatz mehr, da kann ja nichts mehr passieren, außer ein Grundreihenmatt durch die letzte verbliebene gegnerische Figur.
Alle geschilderten Fehler passieren auch im Turnierschach, aber nicht in einer solchen Häufung. Kaum ein Partieausgang zwischen gleich starken Spielern entsprach auch dem Partieverlauf. Vermutlich hätte man das Turnier fünfmal mit denselben Spielern austragen können und fünfmal hätte ein anderer gewonnen, jedes Jahr derselbe Irrsinn. Hoffentlich wird die U12-Quali bald in normalen Turnierschach ausgetragen. Terminargumente ziehen nicht. Wir spielen schließlich eine U12-Bezirksmeisterschaft und die Verbandsmeisterschaft kann ebenso in den Osterferien ausgespielt werden, wie alle anderen Altersklassen.
Fortschrittstabelle Nr. Teilnehmer DWZ Verein/Ort 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Punkte Buchh 1. Strathoff,Jens 1225 SF Berghofen-Wambel 15S1 24W1 2S1 8W1 3W0 6S1 5W1 4S1 7S1 8.0 49.5 2. Bömelburg,Raphael 1371 Bochum-Linden 16W1 12S1 1W0 24S1 5W1 3S1 4W0 6W1 8S1 7.0 49.5 3. Schröder,Marcel 1420 SF Brackel 30 13S1 10W1 9S1 4W1 1S1 2W0 6S0 7W0 15S1 6.0 52.5 4. Mazarov,Jürgen 1153 SG Bochum 31 28W1 6S1 17W1 3S0 8S1 9W0 2S1 1W0 10S1 6.0 49.0 5. Luft,Dennis 1346 SF Brackel 30 11W1 25S1 8S0 15W1 2S0 10W1 1S0 14W1 9S1 6.0 47.5 6. Mir Wais,Milod 1594 Ahlen 29S1 4W0 25S1 10W1 9S1 1W0 3W1 2S0 11W1 6.0 47.0 7. Dammer,Roman Eichlinghofen s+ 8W0 26S0 19W1 20S1 11W1 9S1 3S1 1W0 6.0 40.0 8. Zelbel,Patrick 1424 SF Brackel 30 26W1 7S1 5W1 1S0 4W0 18S0 17W1 19S1 2W0 5.0 48.5 9. Tkachuk,Konstantyn 1317 SF Berghofen-Wambel 22W1 23S1 3W0 26S1 6W0 4S1 7W0 18S1 5W0 5.0 44.0 10. Kartsev,Alexandr SF Brackel 30 27W1 3S0 23W1 6S0 24W1 5S0 21W1 16S1 4W0 5.0 42.0 11. Gorval,Eugen 1311 SF Brackel 30 5S0 20W1 24S0 30W1 16W1 7S0 12S1 15W1 6S0 5.0 41.0 12. Kosinski,Richard Kettwig 18W1 2W0 13S0 21S1 26W1 17S0 11W0 27S1 19W1 5.0 39.5 13. Vehling,Bastian Kettwig 3W0 28S1 12W1 16S0 18W0 26S0 23W1 21S1 17W1 5.0 37.0 14. Sennholz,Michael SF Brackel 30 28S1 30S1 25W1 22W1 5S0 18W1 5.0 21.0 15. Peine,Frederic Kettwig 1W0 27S1 22W1 5S0 17W½ 16S1 18W1 11S0 3W0 4.5 44.5 16. Kammesheidt,Cord Kettwig 2S0 19W1 20S½ 13W1 11S0 15W0 25S1 10W0 24S1 4.5 40.5 17. Butschek,Marc 946 SF Buer 20S0 18W1 4S0 25W1 15S½ 12W1 8S0 26W1 13S0 4.5 39.5 18. Glek,Alexandra SG Bochum 31 12S0 17S0 27W1 29W1 13S1 8W1 15S0 9W0 14S0 4.0 39.0 19. Piezynski,Steffen 795 Ahlen 25W0 16S0 21W1 7S0 23W1 22S1 26W1 8W0 12S0 4.0 37.5 20. Streit,Helge Kettwig 17W1 11S0 16W½ 22S½ 7W0 21S0 28W0 29S1 27W1 4.0 35.0 21. Schmidt,Andreas SF Brackel 30 24S0 29W1 19S0 12W0 27S1 20W1 10S0 13W0 25S1 4.0 34.0 22. Ast,Nicolas Kettwig 9S0 30W1 15S0 20W½ 29S1 19W0 14S0 24W0 28S1 3.5 32.0 23. Pulte,Christopher SG Bochum 31 30S1 9W0 10S0 27W0 19S0 24W1 13S0 28S½ 29W1 3.5 31.5 24. Litvinov,Tim SG Bochum 31 21W1 1S0 11W1 2W0 10S0 23S0 27W0 22S1 16W0 3.0 43.5 25. Lankers,Arne SG Caissa Hamm 19S1 5W0 6W0 17S0 28W1 14S0 16W0 30S1 21W0 3.0 38.5 26. Sölbrandt,Robin SF Brackel 30 8S0 w+ 7W1 9W0 12S0 13W1 19S0 17S0 30W0 3.0 36.5 27. Birnkraut,Nils SF Brackel 30 10S0 15W0 18S0 23S1 21W0 29W1 24S1 12W0 20S0 3.0 35.0 28. Bronsert,Dennis Kettwig 4S0 13W0 29S0 14W0 25S0 30W1 20S1 23W½ 22W0 2.5 34.0 29. Boriesosdiek,Knut SG Caissa Hamm 6W0 21S0 28W1 18S0 22W0 27S0 30S1 20W0 23S0 2.0 32.5 30. Lange,Daniel Eichlinghofen 23W0 22S0 w+ 11S0 14W0 28S0 29W0 25W0 26S1 2.0 27.5